Kreativität ist der Schlüssel zur Diversifikation

Wir erinnern an die Binsenweisheit „Nichts ist umsonst, ausser die Diversifikation“. Anders gesagt ist die Diversifikation die einzige Möglichkeit für Anleger, ihre Renditen zu steigern, ohne dabei zusätzliche Risiken einzugehen. Diversifikation bedeutete früher einfach ein Portfolio aus Aktien und Anleihen. Welches Segment dabei stärker gewichtet wurde, hing von den Renditezielen und der Risikotoleranz des Anlegers ab. Diese einfache Methode funktionierte jahrzehntelang, denn Aktien und Anleihen erwirtschafteten solide Renditen.

Inzwischen ist die Sache jedoch nicht mehr ganz so einfach.

Die Renditen auf Staatsanleihen – in den USA und vor allem in Europa – sind extrem niedrig. Somit ist die Diversifikation weg von Aktien zugunsten von Staatsanleihen keine attraktive Option. Wir rechnen mit Erträgen aus Staatsanleihen von 0 % bis 2 % im Vergleich zu einem langfristigen Durchschnitt von 6 % bis 7%. Auf lange Sicht deckt dies nicht einmal die Inflation ab, und Anleger werden bestenfalls nur knapp die Gewinnzone erreichen. Langfristige US-Anleihen machen zwar mit erwarteten Erträgen von ca. 3 % einen besseren Eindruck. In einem Umfeld steigender Zinsen stellen sie jedoch keine gute Option dar. Das kurzfristige Risiko eines Kapitalverlusts aufgrund sinkender Anleihenkurse ist zu hoch und auf lange Sicht wird erwartet, dass die Erträge wesentlich niedriger als in der Vergangenheit ausfallen werden.

Auch bei Aktien sieht es nicht besser aus. Aktien erscheinen im Hinblick auf die Bewertungen inzwischen überteuert, insbesondere in den USA, wo die Kurse beträchtlich gestiegen sind. Zwar könnten die Steuersenkungen in den USA den Erwartungen kurzfristig Auftrieb verleihen, auf lange Sicht wird jedoch davon ausgegangen, dass die Anlagerenditen wesentlich niedriger als noch vor kurzem ausfallen werden. Über einen Zeitraum von zehn Jahren rechnen wir mit Aktienrenditen von 4 % bis 5 %. Der 30-Jahres-Durchschnitt liegt bei 7% bis 8%.

Angesichts dieser Zahlen gehen wir davon aus, dass ein traditionell ausgewogenes Anlageportfolio von Aktien und Anleihen eine Rendite von rund 3 % erwirtschaften würde. Im Vergleich dazu lagen die Renditen der letzten 20 Jahre bei durchschnittlich 7 %. Für viele Anleger reicht das nicht, um ihre Ziele zu erreichen, so dass sie stattdessen auf andere differenzierte Renditequellen zurückgreifen müssen. Anders gesagt ist es an der Zeit, bei der Diversifikation kreativ vorzugehen und neue Regionen, Anlageklassen und Marktsegmente in Betracht zu ziehen.

Anleihen: Den Horizont erweitern

Staatsanleihen aus Schwellenländern sind eine relativ attraktive Anlageklasse – insbesondere solche in Lokalwährung. Während die Renditen der Anleihen aus den Industrieländern zwischen 1 % und 4 % betragen, liegen sie für ihre Pendants aus den Schwellenländermärkten bei durchschnittlich 6 %. In vielen Fällen befinden sich die Volkswirtschaften der Schwellenländer inmitten einer Erholung, und die Aussichten sind dank eines soliden Wachstums, einer kontrollierten Inflation und einer niedrigen Verschuldung gut. Die Währungen liegen im Schnitt nahe an ihrem fairen Wert, wodurch sich das langfristige Währungsrisiko verringert. Die Märkte der Schwellenländer bieten in einem Portfolio, das in Industrieländeranleihen investiert, eine stärkere Diversifikation, weil sie auf bestimmte Risiken anders reagieren. So sind sie etwa weniger stark von Zins-Entscheidungen der Zentralbanken in den Industrieländern betroffen.

Asset Backed Securities (ABS) sind im Vergleich zu konventionellen Unternehmensanleihen ebenfalls attraktiv. Wie Kredite profitieren sie von einer variablen Verzinsung. Zudem weisen sie in der Regel auch weitere Spreads bei gleicher Bonität auf. Auf Mezzanine-Ebene sind die Spreads von ABS mit BB-Rating um 2 % höher als bei High Yield-Anleihen mit BB-Rating. Damit ermöglichen ABS mit BB-Rating nicht nur eine grössere Portfoliodiversifizierung, sondern auch eine attraktive Rendite von durchschnittlich 5 %, was für die grössere Komplexität und die begrenztere Liquidität in diesem Sektor entschädigen soll.

Kommen wir zur Sache

Private Märkte und Sachwerte stellen weitere Möglichkeiten zur Diversifikation dar. Sachwerte ermöglichen die Investition in eine diverse Bandbreite von Cashflow-generierenden Anlagen wie Energie, Bergbau, Agrarwirtschaft und Waldland. Diese Anlagen bieten, anders als viele Aktien und Anleihen, Cashflows durch den Besitz eines physischen Vermögenswerts, wie z.B. Grundstücke. Die Renditen korrelieren in der Regel positiv mit der Inflation, wodurch sie sich als Inflationsabsicherung eignen. Ausserdem weisen viele Sachwerte eine niedrige oder negative Korrelation mit Aktien auf, was sie zu einer attraktiven Diversifikationsmöglichkeit macht. Die Wertentwicklung von Wald- und Agrarland war während wirtschaftlicher Rezessionen besonders gut. Allerdings sind Sachwerte in der Regel langfristig orientiert und illiquide, so dass ihr Anlagehorizont typischerweise zehn Jahre überschreitet.

Private Märkte stellen ebenfalls eine interessante Möglichkeit dar. Weil der Anteil von Privatunternehmen gegenüber börsennotierten Unternehmen stetig steigt, hat sich auch der Zugang zu Wertpotenzial und Wachstum über die privaten Märkte ausgeweitet. Dieser Trend scheint anzuhalten, da Privatunternehmen im Besitz von Private Equity-Managern in der Regel länger privat bleiben. Skalierbare Start-up-Technologieunternehmen benötigen nur sehr wenig Fremdfinanzierungsmittel und können zu sehr grossen Unternehmen heranwachsen. Dies führte zum Aufstieg der sogenannten „Einhorn“-Unternehmen (engl. „unicorn“), die auch ohne einen Börsengang mit mindestens 1 Milliarde US-Dollar bewertet sind. Private Märkte bieten in der Regel höhere Renditen als öffentlich gehandelte Vermögenswerte, weil Anleger eine Illiquiditätsprämie als Entschädigung dafür erhalten, dass sie ihr Kapital nicht kurzfristig abziehen können.

Entscheidend ist ein selektiver Ansatz

Anleger können sich nicht länger ausschliesslich auf traditionelle Anlageklassen verlassen, um die von ihnen angestrebten risikobereinigten Renditen zu erzielen. Eine Anlagenstreuung in stärker spezialisierten Anlagenklassen und Marktsegmenten kann mehr Diversifikation und Renditechancen schaffen, jedoch sind diese Anlagen in Hinblick auf Research und Zugang eventuell aufwändiger. Ein erfahrener Manager mit globaler Sichtweise kann Anlegern Fachwissen und eine aufgeschlossene Perspektive bieten, um ihnen dabei zu helfen, ein globales, diversifiziertes Portfolio aufzubauen, das Unwägbarkeiten und plötzlichen Abwärtsbewegungen am Markt trotzen kann.

An den Märkten hat sich einiges getan. Zunächst sind die Renditen für inländische Aktien und Anleihen, wenigstens im Moment, nicht mehr das, was sie einmal waren. Anleger müssen ihr Horizont im Hinblick auf Regionen und Anlageklassen erweitern, um ihr Portfolio ausreichend zu diversifizieren. Angesichts der deutlich niedrigeren Renditen, mit denen gerechnet wird, sind altbewährte traditionelle Anlageklassen künftig weniger attraktiv. Kreativität wird in Zukunft der Schlüssel zur Diversifikation sein.


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Smaller Companies

Aktien kleinerer Unternehmen können schneller wachsen als ihre grösseren Pendants und sind häufig der Entwicklung in unterschiedlichen Teilen der Wirtschaft ausgesetzt.

Aktien

Schwellenländeranleihen

Schwellenländeranleihen bieten einen beträchtlichen Renditeaufschlag im Vergleich zu ihren Pendants aus Industrieländern.

Festverzinsliche Anlagen

Absolute Return-Strategien

Mit den Absolute-Return-Strategien sollen ungeachtet der vorherrschenden Marktbedingungen positive Renditen erzielt werden.

Multi Asset-Anlagen

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