Ein Mehr an Diversifikation: Anpassungen an eine sich verändernde Welt

Institutionelle Anleger wissen seit langem, dass die Diversifikation auf lange Sicht ein wesentlicher Bestandteil von Kapitalanlagen ist. Viele sind davon überzeugt, dass ihre Portfolios angemessen diversifiziert sind, auch dann, wenn sie bestimmte spezialisierte Anlageklassen nicht aufweisen. Schliesslich ist die Korrelation zwischen den US-Aktien, die sich im S&P 500 Index befinden, auf das seit mehr als zehn Jahren niedrigste Niveau zurückgegangen.

Grafik 1: Korrelation zwischen Aktien im S&P 500 Index

S&P 500 – paarweise Korrelation

Darüber hinaus haben herkömmliche Mischportfolios bestehend aus 60 % Aktien und 40 % Anleihen seit der globalen Finanzkrise keinen Drawdown mehr von über 10 % erlebt (s. Grafik 2).  Da verwundert es also nicht, wenn sich die Anleger mit ihren derzeitigen Diversifikationsniveaus wohl fühlen.

Grafik 2: Realrenditen eines 60/40-Portfolios in Bullen- und Bärenmärkten

Quelle: Berechnungen von Standard Life Investments basierend auf Daten von Robert Shiller (www.econ.yale.edu/~shiller/data), Stand: 31. Dezember 2017.

Die Gefahr besteht darin, dass sie es versäumen, über den Tellerrand hinauszuschauen, um potenzielle künftige Risiken zu bewerten und mit diesen umzugehen. Dabei ist es unabdingbar, dass sich die Anleger diesen Herausforderungen stellen und fundierte langfristige Anlageentscheidungen treffen. Die jüngste Marktvolatilität erinnert einmal mehr daran, dass das ruhige Marktumfeld, an das wir uns gewöhnt haben, eventuell nicht von Dauer ist.

Wir befinden uns in einer von Wandel geprägten Welt. Die Märkte der Schwellenländer erwirtschaften einen immer grösseren Anteil am globalen Vermögen und halten einen zunehmend hohen Anteil an der Marktkapitalisierung weltweit.  Andererseits standen die Märkte der Industrieländer in jüngster Zeit vermehrt vor Unwägbarkeiten, da sie sich in politisch unsicheren Zeiten befinden und die Zentralbanken ein Zurückfahren der expansiven Geldpolitik in Erwägung ziehen, die mittlerweile seit fast zehn Jahren verfolgt wird. Zugleich werden neue Anlageklassen und Marktsegmente eingeführt. Einige davon könnten die Portfoliodiversifikation verbessern und das Gesamtrisiko in Portfolios verringern. Um sich auf diese Veränderungen einzustellen, müssen die Anleger erneut in Betracht ziehen, ihre Portfoliodiversifikation auszubauen.

Dabei müssen Anleger nicht nur ihre derzeitigen Allokationen unter die Lupe nehmen. Sie müssen auch ihre Gewohnheiten in Bezug auf die Diversifikation hinterfragen. In dieser Studie beschäftigen wir uns sowohl mit herkömmlichen als auch mit neuen Methoden zur Risikobewertung in Portfolios. Wir erörtern ausserdem, ob Anleger neue Chancen ins Auge fassen sollten, um ihre Portfoliodiversifikation zu verbessern.

Die Beschränkungen des „60/40“-Portfolios

Seit Jahrzehnten waren Anleger der Meinung, dass ein „ausgewogenes“ Mischportfolio aus 60 % heimischen Aktien und 40 % heimischen Anleihen eine angemessene Diversifikation und überzeugende risikobereinigte Renditen bot. Dies schien auch zuzutreffen, solange Anleger von zweistelligen Anleiherenditen und Aktienmarktrenditen profitierten. Ein genauerer Blick auf einen in den USA basierten Referenzwert für diese Kombination bestehend zu 60 % aus dem S&P 500 Index und 40 % aus dem Bloomberg Barclays U.S. Aggregate Bond Index macht jedoch offensichtlich, dass sich die Renditeerwartungen für ein solches Portfolio mittlerweile dramatisch verändert haben. Der S&P 500 Index hat in den 1980er-Jahren im Durchschnitt 18,2 % p.a. und in den 1990er-Jahren 19,0 % p.a. erzielt. Derzeit liegen die erwarteten dreijährigen Renditen für US-Aktien den Prognosen des langfristigen Ausblicks von Aberdeen Standard Investments zufolge jedoch bei rund 4,4 % p.a. Der Bloomberg Barclays US Aggregate Bond Index hat auf ähnliche Weise in den 1980er-Jahren im Durchschnitt 12,8 % p.a. und in den 1990er-Jahren 7,9 % p.a. erzielt. Momentan liegen die erwarteten dreijährigen Renditen für US-amerikanische Investment Grade-Anleihen den Erwartungen von Aberdeen Standard Investments zufolge jedoch bei etwa 2,3 % p.a. Die Erwartungen in Bezug auf Anleiheerträge sind problematischer als für Aktienrenditen, denn alle drei Renditekomponenten von US-Anleihen liegen deutlich unterhalb ihrer vor der Krise vorherrschenden Niveaus.

Für viele Anleger werden diese Anlageklassen und ihre niedrigen erwarteten Anlagerenditen nicht ausreichen, um ihre Renditeziele zu realisieren. Anleger, die an wirklicher Diversifikation bei ihren Investments interessiert sind, müssen über das 60/40-Portfolio von herkömmlichen Anlagen hinausgehen.  Sie müssen Anlagen ausfindig machen, die nicht nur ein grösseres Renditepotenzial aufweisen, sondern auch auf sich ändernde Marktbedingungen reagieren können. Hierzu zählen auch Perioden, in denen es an den Aktienmärkten zu Verlusten kommt.

Das Problem mit der Rückschau

Die Messung der Portfoliodiversifikation basiert auf der Identifizierung der Risikoquellen im Portfolio. Viele Anleger legen im Rahmen ihrer Bewertungen den Schwerpunkt auf die Korrelation in der Annahme, dass eine niedrige Korrelation der Portfolioanlagen untereinander auf eine höhere Diversifikation hinweist. Ein allzu grosser Fokus auf der Korrelation kann jedoch auch irreführend sein. Hier sind drei Beispiele, die zeigen, weshalb ein ausschliesslicher Schwerpunkt auf den Korrelationen von Anlageklassen unzureichend ist, um festzustellen, ob ein Portfolio auch wirklich diversifiziert ist:

  • Verlauf an den Rändern der Verteilung: „Tail Behaviour“ nimmt Bezug darauf, wie sich die Märkte in extremen Zeiträumen oder bei Extremereignissen entwickeln. Ein diesbezüglicher Zusammenhang, den die Korrelation nicht erfasst, ist derjenige, der zwischen Aktien und Unternehmensanleihen mit Investment Grade besteht. In schwierigen und volatilen Marktphasen entwickeln sich diese beiden Anlageklassen in der Regel recht ähnlich. In den vergangenen zehn Jahren war diese Korrelation zwischen Aktien und Unternehmensanleihen aber nur leicht erhöht, selbst in den turbulentesten Monaten der globalen Finanzkrise. Während diese beiden Anlageklassen ähnliche Wertentwicklungsmuster aufwiesen, konnte die Korrelation diesen Zusammenhang nicht widerspiegeln.
  • Paradigmenwechsel: Wie in Grafik 3 ersichtlich, schwankten die Korrelationen zwischen dem Euro und dem US-Dollar dramatisch, als die Eurozone in den letzten zehn Jahren mit der Staatsschuldenkrise zu kämpfen hatte. Ein Blick auf rollierende Ein-Jahres-Zeiträume zeigt zum Beispiel, dass sich die Korrelation zwischen einem Tief von -0,63 im Mai 2010 (dem Zeitpunkt, als sich die Krise in der Eurozone an ihrem Höhepunkt befand) und einem Hoch von 0,59 im Februar 2015 (der Zeitpunkt der quantitativen Lockerung) bewegte. In beiden Fällen gab es einzigartige und hartnäckige Marktfaktoren, die in diesem Zeitraum Einfluss auf die Korrelation hatten.
  • Ausreisser: Anleger sind an beständigen und praktischen Methoden zur Bewertung der Korrelationen zwischen den unterschiedlichen Exposures ihrer Portfolios interessiert. Allerdings kann das Ausmass, in dem einzelne historische Ereignisse Korrelationen zu destabilisieren vermögen, schon überraschen. Grafik 3 gibt Aufschluss über die plötzliche und chaotische Beendigung der dreijährigen Währungskoppelung zwischen dem Schweizer Franken und dem Euro im Januar 2015 und deren Auswirkungen. Im Zuge dessen schnellte der Schweizer Franken gegenüber anderen Währungen um über 20 % in die Höhe, was wiederum die Finanzmärkte erschütterte und Schweizer Aktien auf Talfahrt schickte. All dies hatte dramatische Auswirkungen auf die Korrelationen.
Grafik 3: Historische Korrelation der Währungen USD/EUR mit europäischen Aktien

Die Korrelation von USD und europäischen Währungen mit Aktien beginnt sich aufgrund der strukturellen Neuausrichtung der europäischen Zentralbankpolitik zu ändern
Schweizer Nationalbank steigt aus Eurobindung aus, was eine instabile historische Korrelation zur Folge hat

Obschon Korrelationen nützlich sind, kann ein derart vergangenheitsorientiertes Mass keine umfassende Einschätzung des Portfoliorisikos bieten. Dies traf mit Sicherheit auf ein Extremereignis wie die globale Finanzkrise zu. Anleger, die sich lediglich auf historische Daten, unabhängig von anderen Faktoren, konzentrieren, übersehen die grösseren Zusammenhänge. Sie müssen daher andere, ergänzende Methoden verfolgen, um ihre Portfolios einer stärker nuancierten Analyse zu unterziehen. Zukunftsgerichtete Kennzahlen können dabei helfen, das Portfoliorisiko ganzheitlicher einzuschätzen.

Zukunftsorientierung

Die Nutzung zukunftsorientierter Techniken wie die Szenarioanalyse kann dabei helfen, das Portfolioverhalten unter verschiedenen potenziellen Stressszenarios zu bewerten. Anleger müssen sich genau überlegen, welche Methode für ihr jeweiliges Portfolio am besten geeignet wäre. Ein einfacher Ansatz zur Bewertung möglicher künftiger Szenarios wäre beispielsweise, Anleiherenditen um 100 Basispunkte (bp) zu erhöhen oder zu verringern, um festzustellen, welche Anlagerenditen sich dabei für das gesamte Portfolio ergeben würden. Diese Methode würde jedoch bei einem Multi-Asset-Portfolio zu kurz greifen, da sie die Zusammenhänge zwischen Anlageklassen oder Veränderungen an diesen Zusammenhängen in Stressphasen nicht aufgreift. Andererseits könnten vielschichtige, unterschiedliche Rahmenbedingungen und „Fat Tail“[1] berücksichtigende Distributionsmodelle detailliertere Informationen liefern. Derartige Modelle können jedoch äusserst komplex ausfallen.

Szenarioanalysen, die Einschätzungen und Urteile von Experten mit auf quantitativer Basis ermittelten Verhältnissen zwischen marktrelevanten Risikofaktoren verbinden, schaffen realistischere Szenarios. Damit lassen sich die erwarteten Effekte unvorhergesehener Ereignisse auf unsere Portfolios auf eine rationale Art feststellen, bei der nicht nur davon ausgegangen wird, dass sich Vergangenes laufend wiederholt.

Zunächst müssen die Anleger mögliche, aber plausible künftige Extremereignisse – ob wirtschaftlicher, politischer, ökologischer, gesellschaftlicher oder technologischer Art – in Erwägung ziehen. Beispiele hierfür wären eine eventuelle Krise rund um China, politische Risiken in Europa oder die Auswirkungen einer Stagflation. Die Einschätzungen von Experten können helfen, die wesentlichen Faktoren und eine Reihe potenzieller Reaktionen – bei einer Fokussierung auf die Märkte mit einem direkten kausalen Zusammenhang zu dem jeweiligen Extremereignis – zu identifizieren. Diese von wesentlichen Faktoren gesteuerten Marktentwicklungen können mit Marktsimulationen auf eine Weise kombiniert werden, bei der die Simulationen gewichtet werden, um das extreme Ende des Ergebnisses zu erfassen. Daraus resultiert eine Reihe von Möglichkeiten im Rahmen eines besonders extremen Ereignisses anstatt zu einem singulären Zeitpunkt. Anhand dieser Methode können Anleger erkennen, wie gut sich die Strategie unter Zugrundelegung des prognostizierten Stressszenarios im Vergleich zur entsprechenden Anlageklasse bewährt hat.

Auf längere Sicht niedrigere Renditen erwartet

Die Weltwirtschaft ist auf absehbare Zeit in eine Phase niedrigerer Renditen eingetreten. Mit dem Ausreifen der Schwellenländermärkte (Emerging Markets, EM) verlangsamt sich auch das Wachstum. Unterdessen zeichnen sich die Märkte der Industrieländer seit fast zehn Jahren durch anhaltend niedrige Zinsen aus, und obwohl das geldpolitische Umfeld nun allmählich gestrafft wird, bleiben die Zinsen nahe ihrer historischen Tiefs. Dies sind die Herausforderungen, denen sich die Anleger auf ihrer Suche nach attraktiven Renditen stellen müssen.

Chancen für eine verbesserte Diversifikation

Für Anleger, die an einer besseren Portfoliodiversifikation interessiert sind, gibt es je nach Risikobereitschaft und Renditezielen viele verschiedene Möglichkeiten. Während ein eher konservativer Anleger eventuell Multi-Asset-Strategien als Alternative zu einem in Aktien/Anleihen investierten Kernportfolio vorzieht, besteht die Präferenz eines Anlegers mit einer höheren Risikotoleranz möglicherweise darin, Direktanlagen in Schwellenländermärkten oder alternativen Anlageklassen einzugehen. Im Weiteren analysieren wir eine jede dieser Möglichkeiten.

Multi-Asset-Strategien

Im Grunde genommen handelt es sich bei einer Multi-Asset-Strategie um eine Anlage, die über verschiedene Anlageklassen gestreut ist. Im Gegensatz zu der vorstehend beschriebenen herkömmlichen Anlage in einem 60/40-Mischportfolio umfasst die Multi-Asset-Kategorie heutzutage eine Ansammlung unterschiedlicher und sich ständig weiterentwickelnder Anlageansätze… Viele Multi-Asset-Strategien.

Einige Multi-Asset-Manager setzen eventuell Relative-Value-Strategien ein, die es ihnen ermöglichen, ihren Einschätzungen zur Performance eines Marktes gegenüber der eines anderen Ausdruck zu verleihen. Mit diesem Ansatz können sie auch dann positive Renditen erzielen, wenn Märkte fallen, solange der von ihnen bevorzugte Markt eine Outperformance erzielt. Derart diversifizierende Positionen lassen sich als Ersatz für herkömmliche „Kernportfolios“ bestehend aus Aktien und Anleihen oder als Overlay für wachstumsorientierte Portfolios zur Reduzierung von Volatilität und zur Verbesserung der Diversifikation einsetzen. Darüber hinaus können sie den Kern eines auf absolute Renditen fokussierten Ansatzes darstellen.

Absolute-Return-Strategien sind auf ein bestimmtes Ergebnis ausgerichtet. So mag ein Anleger bestrebt sein, Renditen entsprechend den langfristigen Erwartungen gegenüber Aktien (oder dem Risikoaufschlag für Aktien) über wesentlich kürzere Zeiträume (z. B. drei Jahre) mit einer erheblich niedrigeren Volatilität als bei gewöhnlichen Aktienanlagen zu erzielen. Diesen Anlegern bietet eine Allokation in äusserst liquiden und zugänglichen Absolute-Return-Investments eventuell mehr Flexibilität, um sich vor Verlustrisiken zu schützen, während zugleich eine potenzielle Finanzierungsquelle für weniger liquide Anlagechancen besteht. Absolute-Return-Strategien können auch als Alternative zu Anleihenanlagen dienen.

Schwellenländermärkte

Obschon die Volkswirtschaften der Schwellenländer weiterhin wachsen und sich modernisieren, ändert sich die Einstellung der Anleger ihnen gegenüber nur zögerlich, was nicht selten zu Untergewichtung in der Region führt. In vielen Fällen lassen unangebrachte Bedenken hinsichtlich der politischen oder finanziellen Instabilität viele Anleger zaudern, wenn es darum geht, ihre Exposure in den Schwellenländermärkten zu erhöhen oder innerhalb der Anlageklasse zu diversifizieren.

Mittlerweile ist es an der Zeit, solche Annahmen zu überdenken. Viele Schwellenländer führen allmählich unternehmensfreundliche Reformen durch. Zugleich sind sie darum bemüht, ihre Schulden abzubauen und sie haben der Inflation den Kampf angesagt. Die Schwellenländermärkte verzeichnen nicht nur ein schnelleres Wachstum als die Industrieländer. Ihre Partizipation an verschiedenen Renditequellen bietet ferner Möglichkeiten für eine erhöhte Diversifikation der Anlagen. Im Folgenden sind einige Gelegenheiten aufgelistet, die institutionelle Anleger in Bezug auf die Schwellenländermärkte in Erwägung ziehen sollten:

  • Aktien der Frontier Markets: Die Frontier Markets sind ein Untersegment der Schwellenländermärkte. In der Regel handelt es sich bei ihnen um kleinere Länder mit geringerem Einkommen, die in der Anfangsphase ihres Entwicklungsprozesses stehen, im Allgemeinen jedoch ein hohes Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aufweisen. Das ist aber noch nicht alles. Viele dieser Volkswirtschaften verfügen über florierende Privatunternehmen und ein hohes Mass an Unternehmergeist. Einige Länder unter ihnen haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten vollständig neu aufgestellt und an verschiedenen Fronten Fortschritte erzielt: Bildung, Zugang zu Krediten, eine Kommunikationsrevolution und weniger Korruption im öffentlichen Sektor. Diese Fortschritte haben die langfristige Wachstumsrate in vielen Frontier-Ländern erhöht und zugleich die Risiken gemindert. An den lokalen Börsen notierte Unternehmen zählen zu den grössten Nutzniessern dieser Entwicklungen. Darüber hinaus sind die Bewertungen insbesondere gegenüber den Märkten der Industrieländer attraktiv, wie in Grafik 4 aufgezeigt.
Grafik 4: Kurs-Buchwert-Verhältnisse (Trailing) im MSCI, Regionen

Quelle: Finanzministerium, Stand: 31. Dezember 2017. Nur zur Veranschaulichung.

Viele Frontier Markets weisen kaum Gemeinsamkeiten auf. Der MSCI Frontier Markets Index verfügt über beträchtliche Konzentrationen im Hinblick auf Länder und Sektoren; einige sehr bevölkerungsstarke aber einkommensschwache Länder werden von kleinen, aber wohlhabenden Ländern aufgrund der relativen Grösse ihrer jeweiligen Aktienmärkte in den Schatten gestellt. Anleger an den Frontier Markets sollten einen aktiven Ansatz in Erwägung ziehen, um von den unterschiedlichen Chancen profitieren zu können, die über diejenigen einer Benchmark hinausgehen.

  • Schwellenländeranleihen in Lokalwährung: Die mit einem Engagement in Schwellenländeranleihen verbundenen Chancen erscheinen im Vergleich zu einer Anlage in Anleihen aus den Industrieländern attraktiv. Dies liegt an ihren spezifischen Merkmalen und ihrem Potenzial, zur Diversifikation in aus Industrieländeranleihen bestehenden Portfolios beizutragen. Ein schwächerer US-Dollar kam den Währungen der Schwellenländer zugute. Schwellenländeranleihen in Lokalwährung eignen sich mittlerweile für eine breitere Anlegergruppe.  Dieser Trend wird durch Verbesserungen bei den Bewertungen und der Liquidität unterstützt. Historisch waren lokale Banken und Pensionsfonds bislang die Hauptanleger in Lokalwährungsanleihen. Allerdings ist die institutionelle Anlegerbasis sowohl vor Ort als auch im Ausland mittlerweile gewachsen. Dies hat Impulse für eine zusätzliche Expansion des Marktes geboten. Eine weitere Zugangserleichterung für ausländische Anleger an den lokalen Märkten wird sich ebenfalls günstig auswirken.
  • Unternehmensanleihen aus Schwellenländern: Unternehmensanleihen aus Schwellenländern können ein Portfolio ergänzen, das bereits in Investment Grade- und High Yield-Anleihen investiert ist. Während die Renditen etwas niedriger sind als diejenigen auf US-High Yield-Anleihen und die Durationen etwas höher ausfallen, verfügen Unternehmensanleihen aus Schwellenländern im Durchschnitt über eine höhere Bonität als High Yield-Anleihen; der grösste Anteil entfällt dabei auf das Rating-Segment „BBB“. Darüber hinaus weisen die Unternehmensanleihen aus Schwellenländern eine Ausfallrate von im Durchschnitt 1,5 % auf, verglichen mit 3,7 % bei High Yield-Anleihen. Dementsprechend verfügen Anleger mit einer Allokation in Unternehmen aus Schwellenländern über die Möglichkeit, bessere Renditen zu erzielen, ohne deutlich höhere Risiken eingehen zu müssen.


    Unternehmensanleihen aus Schwellenländern lauten auf US-Dollar, und zwar sowohl diejenigen mit Investment Grade als auch die High Yield-Anleihen unter ihnen, und sie machen einen beträchtlichen Anteil der globalen Anleihenmärkte aus.
  • Anleihen der Frontier Markets: Anleihen der Frontier Markets sind ein relativer Neuzugang in der Index-Welt. Vor der Einführung des JP Morgan Next Generation Emerging Markets (NEXGEM) Index im Dezember 2011 gab es keinen speziellen Anleihenindex für diese Kategorie. Der NEXGEM besteht aus 35 Ländern, bei denen es sich um kleinere, weniger liquide Volkswirtschaften unter den Schwellenländern mit weniger entwickelten Kapitalmärkten handelt.


    Während sich der Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten in den letzten Jahren verbessert hat, bleiben Frontier Markets ein kleiner Teil des Gesamtuniversums der Schwellenländermärkte. Emissionsvolumen von bis zu 1 Milliarde USD stellen neben begrenzten Emissionen jedoch sicher, dass diese Neuemissionen vom Markt problemlos aufgenommen werden. Solche Emissionen werden in der Regel mit höheren Renditen in Verbindung gebracht, was sie in einem Niedrigzinsumfeld umso attraktiver macht.
Grafik 5: Renditevergleiche zwischen Anleihen der Schwellenländer (EM) und Frontier Markets (FM)

Quelle: JP Morgan, Stand: 28. Februar 2018
Staatsanleihen der Schwellenländer in Lokalwährung = GBI-EM Global Diversified, Schwellenländeranleihen in Hartwährung = EMBI Global Diversified, Unternehmensanleihen der Schwellenländer in Hartwährung = CEMBI Broad Diversified, Frontier Markets = NEXGEM,
US-Hochzinsanleihen = JPM HY. Indizes werden nicht verwaltet und werden ausschliesslich für Vergleichszwecke bereitgestellt. Es werden keine Gebühren oder Aufwendungen berücksichtigt. Personen können nicht direkt in einen Index investieren.
Differenzen in den Summen ergeben sich durch die Rundung von Zahlen
Nur zur Veranschaulichung

Alternative Anlageklassen[2]

Alternative Strategien, insbesondere Sachanlagen und Infrastruktur, führen in der Regel zu unterschiedlichen Risiken und bieten eine Möglichkeit zur Diversifikation von Portfolios, die ansonsten aus herkömmlichen Anlageklassen bestehen.

  • Sachanlagen: Diese Anlageklasse weist in der Regel einen längeren Zeithorizont und differenzierte Renditeströme gegenüber herkömmlichen Anlageklassen auf.

Sachanlagen schliessen Folgendes mit ein: Beteiligungen im Öl- und Gassektor, wobei die zugrunde liegenden Eigentümer einen prozentualen Anteil an den regelmässigen Zahlungsströmen dieser Anlage einbehalten, Forstflächen, die jährliche Zahlungsströme bieten, und Agrarflächen, die Zahlungsströme erwirtschaften. Die Rendite aus Sachanlagen setzt sich sowohl aus der Rendite infolge von Änderungen am Rohstoffpreis als auch aus Erträgen zusammen, die sich durch den kompetenten Betrieb der Anlage selbst erwirtschaften lassen. Wie die jüngsten Entwicklungen im Sektor der US-Agrarflächen zeigen, ist es möglich, mit derlei Anlagen auch in Zeiten fallender Rohstoffpreise positive Renditen zu erzielen.

Die verwalteten Vermögen in diesem Sektor sind mit der Zeit angestiegen, vor allem innerhalb der Sub-Strategie Energie. Dies ist zum Teil auf die Revolution rund um Schieferöl und -gas zurückzuführen, die um das Jahr 2005 einsetzte. Kapital wurde in den Sub-Sektor investiert, um Zahlungsströme aus Anlagen zu erwirtschaften, die zuvor als nicht renditeträchtig galten.

Grafik 6: In Rohstoffen investiertes verwaltetes Vermögen weltweit

Quelle: Aberdeen, Preqin, Oktober 2017.

  • Infrastruktur: Infrastrukturanlagen wurden in den letzten Jahren immer beliebter, da Anleger im Umgang mit dieser Strategie vertrauter wurden, und auch wegen der anhaltenden Suche nach Rendite. Abgesehen von der Diversifikation, die sie in einem Portfolio von herkömmlichen Anlagen darstellen, können Infrastrukturanlagen sowohl eine beträchtliche Rendite als auch Schutz in Zeiten einer steigenden Inflation bieten. Aufgrund ihres langen Anlagehorizonts infolge langfristiger, staatlich garantierter Verträge und Subventionen sind die Zahlungsströme, die sie generieren, verhältnismässig stabil. Darüber hinaus sind Infrastrukturanlagen kaum anfällig für Schwankungen in der Wirtschaft.
  • Infrastrukturanlagen erstrecken sich auf vielerlei Kategorien, darunter regulierte Unternehmen aus den Bereichen Strom-, Wasser- und Abwasserwirtschaft, Anlagen des Transportwesens, z. B. Strassen, Brücken, Flug- und Seehäfen, Kommunikationsanlagen wie Rundfunk- und Mobilfunkmasten, Kabelnetzte und Satellitennetzwerke und soziale Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser. Eine jede dieser Anlagen weist unterschiedliche Zeithorizonte und Risiko-Rendite-Profile auf, wie in der nachstehenden Grafik veranschaulicht.

Grafik 7: Vergleich von Infrastrukturanlagen (%)

Quelle: Aberdeen, Oktober 2017.
Hinweis: Risiko nimmt von links nach rechts zu. Renditeangaben nehmen keinerlei Bezug auf die Renditen eines bestimmten Produkts von Aberdeen. Nur zur Veranschaulichung. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Indikator für die zukünftige Entwicklung.

Der Bau und Betrieb komplexer Infrastrukturprojekte geht mit zahlreichen Risiken einher, darunter das Risiko in Bezug auf den Abschluss der Bauphase und das Betriebsrisiko. Häufig bestehen auch politische und Reputationsrisiken aufgrund der nationalen wirtschaftlichen Bedeutung der Anlagen. Aufgrund ihrer Komplexität und des preislichen Wettbewerbsdrucks bei Projekten sind Anleger gut beraten, bei Kapitalallokationen in diesem Bereich die erfahrensten Anlageverwalter hinzuzuziehen.

Diese alternativen Strategien sind unter Umständen nicht für alle Anleger geeignet oder verfügbar. Dies hängt mit den Kapitalzusagen, Mindesthaltefristen und den häufig auf erstklassige Manager beschränkten Zugang zu diesen Anlagen zusammen. Anlegern, die jedoch langfristig investiert bleiben können, boten alternative Anlageklassen bislang attraktive Renditen. Ferner sind sie weniger von dem Umfeld an den Aktienmärkten betroffen.

Fazit

In einer Welt des rapiden Wandels kann sich niemand sicher sein, wann die nächsten Turbulenzen anstehen. Während Veränderungen unvermeidlich sind, verschaffen sich gut vorbereitete Anleger jedoch bessere Möglichkeiten. Anleger, die sich auf Veränderungen einstellen, indem sie sicherstellen, dass ihre Anlagen angemessen diversifiziert sind, können sich sämtlichen Herausforderungen mit Zuversicht stellen.

[1] „Fat Tailed“-Verteilungen deuten auf Extremrisiken ausserhalb des normalen, glockenförmigen Verlaufs der Kurve hin. Zu einer derart hohen Verteilung kommt es, wenn viele Ereignisse oder Werte deutlich von ihrem Durchschnitt abweichen und extrem hohe und niedrige Werte nach sich ziehen. Dadurch erhält der mittlere, glockenförmige Teil der Kurve einen flacheren Verlauf bei höheren Verteilungen an den Enden.

[2] Die hierin erörterten Anlagen sind unter Umständen nicht für alle Anleger verfügbar oder geeignet, sofern ein Anleger bestimmte regulatorische Vorschriften nicht erfüllt.


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Risikohinweis

Der Wert von Anlagen und die daraus entstehenden Erträge können sowohl steigen als auch fallen, und es ist möglich, dass Anleger weniger als den investierten Betrag zurückerhalten. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine Rückschlüsse auf zukünftige Ergebnisse zu.

Smaller Companies

Aktien kleinerer Unternehmen können schneller wachsen als ihre grösseren Pendants und sind häufig der Entwicklung in unterschiedlichen Teilen der Wirtschaft ausgesetzt.

Aktien

Schwellenländeranleihen

Schwellenländeranleihen bieten einen beträchtlichen Renditeaufschlag im Vergleich zu ihren Pendants aus Industrieländern.

Festverzinsliche Anlagen

Absolute Return-Strategien

Mit den Absolute-Return-Strategien sollen ungeachtet der vorherrschenden Marktbedingungen positive Renditen erzielt werden.

Multi Asset-Anlagen

Europäische Immobilien

Unsere europäischen Immobilienstrategien basieren auf unseren Insiderkenntnissen in Bezug auf die europäischen Immobilienmärkte.

Immobilien

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