Schwellenländeranleihen: Die Vorteile gemischter Portfolios

Schwellenländer tragen aufgrund ihrer stetigen, moderaten Konjunkturerholung in erheblichem Masse zum weltweiten Wirtschaftswachstum bei. Die Regierungen der Schwellenländer sind im Allgemeinen stabiler geworden. Ihr Fokus richtet sich auf den Schuldenabbau, und die Nachfrage der Verbraucher ist im Einklang mit dem Anstieg der Beschäftigung weiter gewachsen. In den Industrieländern sind unterdessen die Aussichten aufgrund politischer Entwicklungen, der steigenden Verschuldung und möglicherweise bevorstehenden Zinssatzerhöhungen unsicherer geworden. Daher entdecken viele Anleger allmählich, welche Fülle an Anlagechancen sich in Schwellenländermärkten auftun.

Die Anlageklasse der Schwellenländeranleihen besteht aus mehreren Komponenten. Wenn auch all diese Segmente für sich allein als eigenständige Anlageklasse gesehen grosse Vorzüge besitzen, kann ein gemischter Ansatz eine effektive Methode sein, um ein optimales Portfolio aufzubauen, das über verschiedene Länder, Instrumente und Währungen hinweg diversifiziert ist. Für die Anleger könnte hier das Ganze tatsächlich grösser sein als die Summe seiner Einzelteile.

Der Vorteil der Diversifikation

In einem Mischportfolio mit verschiedenen Schwellenländeranleihen sind die jeweiligen Anleihentypen unterschiedlich gewichtet. Vorteile erwachsen dabei aus der Art und Weise, wie sie sich im Zuge der Marktentwicklungen ergänzen. Jedes Anleihensegment der Schwellenländer weist eine unterschiedliche Bonität und regionale Zusammensetzung auf und reagiert auf andere Renditefaktoren. Da jedes Segment eigene und besondere Eigenschaften und Vorteile hat, steigt die Chance, dass sich ein solches gemischtes Portfolio auch unter verschiedenen Marktbedingungen gut entwickelt.

Die vier Hauptsegmente von Schwellenländeranleihen sind:

  • Anleihen in Hartwährung – Bei Schwellenländeranleihen in Hartwährung handelt es sich letztlich um „Spread-Produkte“. Das bedeutet, dass sie mit den Renditen anderer vergleichbarer Staatsanleihen verglichen werden. Die Bewertungen werden zunehmend attraktiver, und Anlegern, die selektiv vorgehen und bei der Anlageentscheidung einen research-orientierten Ansatz verfolgen, bieten sich zahlreiche Anlagechancen.
  • Anleihen in Lokalwährung – Vom Umfang her nehmen Schwellenländeranleihen in Lokalwährung am Gesamtmarkt für Schwellenländeranleihen eine dominierende Stellung ein. Dank der wirtschaftlichen Stabilisierung konnten die Regierungen von Schwellenländern ihren Finanzbedarf mehr und mehr durch die Emission von Lokalwährungsanleihen decken. Das macht sie weniger anfällig für externe Schocks. Jedoch weist dieser Anleihentyp ein eindeutiges Exposure gegenüber währungs- und zinsbezogenen Dynamiken auf.

Das Marktsegment der Lokalwährungsanleihen besitzt mit einer durchschnittlichen Bonität von BBB die höchste durchschnittliche Bonität des gesamten Anlageuniversums der Schwellenländeranleihen (zu dem auch Anleihen in Hartwährung, Schwellenländer-Unternehmensanleihen und Anleihen der Frontier Markets zählen) und bildet heute einen wesentlichen Bestandteil von Anleihenallokationen in Schwellenländermärkten.

  • Unternehmensanleihen – Unternehmensanleihen aus Schwellenländern wurden früher nur als spezielle Renditequelle für Investoren angesehen, die an „riskantem“ Alpha interessiert waren. Heute jedoch gehört der Markt für Schwellenländer-Unternehmensanleihen mit einem Volumen von fast zwei Billionen US-Dollar zu den am schnellsten wachsenden Segmenten der Schwellenländeranleihen. Hinsichtlich der ausstehenden Anleihen ist er mittlerweile grösser als der Markt für US-Hochzinsanleihen und doppelt so gross wie der Markt für Staatsanleihen aus Schwellenländern in Fremdwährung.

Durch den Zugang zu zahllosen Bodenschätzen, die entstehende Mittelklasse, stärkere Regulierung und Finanzsysteme sowie Steuer- und Unternehmensreformen haben sich die wirtschaftlichen Fundamentaldaten für Unternehmensanleihen aus Schwellenländern deutlich verbessert. So konnten Unternehmen in Schwellenländern ihre Bilanzen und Kapitalpositionen dank relativ stärkerer Bankensysteme generell verbessern. Darüber hinaus notieren Schwellenländer-Unternehmensanleihen unter Berücksichtigung der Leverage mit weiteren Spreads als ihre Pendants aus den USA in derselben Rating-Kategorie, obwohl sie eine im Vergleich zu ihren US-Pendants niedrigere Leverage aufweisen. Aus diesem Grund zahlt sich eine Anlage in Unternehmensanleihen aus Schwellenländermärkten für die Investoren in der Regel viel mehr aus.

  • Anleihen der Frontier Markets – Auch Anleihen der Frontier Markets werden entweder in Hart- oder in Lokalwährung begeben. Anleihen der Frontier Markets sind aktuell unter anderem deshalb attraktiv, weil sie höhere Renditen als Mainstream-Schwellenländermärkte bieten und in Bezug auf ihre Renditen fast mit Hochzinsanleihen aus den USA vergleichbar sind. Zwar ist der Anleihenmarkt der Frontier Markets noch nicht ausgereift, aber er dürfte weiter an Attraktivität gewinnen, da sich die Liquidität verbessert und die Risikoaufschläge sinken. Ähnliches war auch zu beobachten, als die heute bereits mehr zum Mainstream gehörenden Schwellenländer wuchsen und sich entwickelten.

Es ist wichtig, sich der Risiken bewusst zu sein, die mit einer Anlage in den Schwellenländermärkten einhergehen. Die protektionistische Politik der USA und schneller als erwartete Zinserhöhungen der US-Notenbank könnten das Wachstum dämpfen und den Preis kurzfristiger Anleihen nach oben treiben. Ferner bergen die Wahlen, die in allen drei Regionen der Schwellenländer (Europa/Naher Osten/Afrika, Asien und Lateinamerika) anstehen, das Potenzial, bei den Anlegern für Unsicherheit zu sorgen.

Dennoch bleibt der Ausblick für die Anleihen der Schwellenländer aufgrund der Wachstumserwartungen und der anhaltenden politischen und finanziellen Stabilisierung positiv. Ein gemischter Ansatz kann Anlegern dabei helfen, sich auf unterschiedliche Marktbedingungen vorzubereiten. Denn es ist davon auszugehen, dass die verschiedenen Anleihensegmente der Schwellenländer jeweils unterschiedlich auf Veränderungen im Wirtschafts- und Marktumfeld reagieren. Die Anleger sollten ihre bestehenden Portfolios prüfen, um festzustellen, ob ihre Allokation in dieser Anlageklasse ausreichend diversifiziert ist.

Schwellenländeranleihen werden angesichts des höheren erwarteten Wachstums, relativ attraktiver Renditen und unterbewerteter Währungen in den kommenden Jahren voraussichtlich ein wichtiger Teil des globalen Anlageuniversums sein. Mit einem gemischten Portfolio aus Anleihen aus Schwellenländern lässt sich das attraktive Renditepotenzial nutzen und gleichzeitig die Diversifikation des Portfolios insgesamt erhöhen.


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